Yogaeinheiten beginnen meist mit: Atmen.

Langsame, tiefe und vor allem bewusste Atemzüge lassen den Geist (vor allem nach einem hektischen Arbeitstag) wieder ruhig und zentriert werden und man kommt wieder ganz bei sich selbst an. Aber nicht nur beim Yoga spielt diese Art der Atmung eine wichtige Rolle: Auch im Alltag angewandt, wirkt sie stressabbauend und entspannend und versorgt uns mit Lebensenergie.

Atmen ist so banal, dass wir uns der Wichtigkeit von richtiger, tiefer Atmung gar nicht bewusst sind. Wieso auch? Atmen ist ein unbewusster Vorgang und meistens schenken wir ihm keine Beachtung. Jedoch steht der Geist in direktem Zusammenhang mit der Atmung: Bin ich entspannt und fühl mich wohl, ist meine Atmung tief and langsam. Bin ich allerdings geistig angespannt, wird auch meine Atmung oberflächlicher und verkrampfter. Gerade in diesen hektischen Momenten ist es wichtig, die Atmung ruhig und gleichmäßig fließen zu lassen, um dem Körper zu signalisieren, innere und äußere Spannung abzubauen und Stressmomenten entgegen zu wirken.

Natürlich gibt es im Yoga viele Atemtechniken, die hauptsächlich der Beeinflussung von Energien dienen (Pranayama), wie z.B. Kapalabhati, Bhastrika oder Nadi Shodhana (um nur ein paar zu nennen). Einfache Atemübungen, wie bewusstes Atmen oder die verlängerte Atmung führen zu diesen yogischen Techniken hin; sie lassen sich aber auch einfach in den Alltag integrieren und sorgen für mehr körperliches und geistiges Wohlbefinden:

 

Verlängerter Atem

  • wähle eine angenehme Sitzhaltung mit aufrechtem Rücken
    (kann auch im Liegen durchgeführt werden)
  • entspanne alle Muskeln, die du in dieser Position nicht brauchst
    (Schultern, Arme, Gesicht 😉 )
  • atme nur durch die Nase ein, und durch die Nase wieder aus
  • lass die Atmung langsamer werden
    atme entweder gleich lang ein und aus, oder lass die Ausatmung noch länger werden als die Einatmung
  • finde einen für dich passenden Atemrhythmus, bei dem die Atmung entspannt und sanft, kaum hörbar durch die Nase fliessen kann
  • beobachte still, lass deine Aufmerksamkeit ganz bei dir und deiner Atmung verweilen

 

Volle Yoga-Atmung

  • wähle eine angenehme Sitzhaltung mit aufrechtem Rücken
    (kann auch im Liegen durchgeführt werden)
  • entspanne alle Muskeln, die du in dieser Position nicht brauchst
  • beobachte ein paar Atemzüge lang deine Atmung, und lass sie ganz entspannt nur durch die Nase fließen
  • atme dann langsam und tief ein bis sich die Bauchdecke nach außen wölbt
    atme weiter, fühl wie sich der Brustkorb dehnt
    atme bis in die Schlüsselbeine
  • fühle bewusst die Atempause nach der vollständigen Einatmung
  • atme langsam wieder durch die Nase aus
    fühl wie sich der Brustkorb senkt
    zieh die Bauchdecke langsam wieder nach innen in Richtung Wirbelsäule
  • fühle auch in diese Atempause bewusst hinein
  • wiederhole ein paar Mal

 

Regelmäßig durchgeführt bringen diese einfachen Atemübungen eine Menge von Vorteilen:

  • verbessert die Lungenkapazität und das Atemvolumen
  • stärkt das Immunsystem
  • lindert Migräne
  • normalisiert den Blutdruck
  • fördert ruhigen, tiefen Schlaf
  • verbessert die Konzentrationsfähigkeit
  • steigert die Energie
  • baut Ängste und Stress ab
  • wirkt enspannend auf Geist und Körper
  • fördert ein ganzheitliches, subjektives Wohlbefinden